Aurora – I can see your halo

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Diese simplen Strategiespiele im Stil eines Galcon Fusion entwickeln sich langsam aber sicher zu einem eigenen Untergenre. Verfolgt wird dabei das Credo, Einheiten-, Basismanagement, Grafik und Steuerung so minimalistisch zu halten wie möglich. Aurora von E. B. McNeill schlägt in die selbe Kerbe, nur ist es sogar noch mehr aufs wesentliche reduziert und spielt sich, begleitet von leise wummernder Ambientmusik, absichtlich etwas gemächlicher als die Konkurrenz. Wobei, das einem schnelle Reflexe gar nichts bringen würden, wie die Beschreibung des Spiels sagt, etwas übertrieben ist. In dem Moment, wo man mehrere Planeten hat und den sich schnell reproduzierenden Nachschub verteilen muss, wird es automatisch etwas hektischer.

Man selbst und die KI-Gegner starten immer mit der gleichen Anzahl an Glühwürmchen und einem Planeten. Blaue (Spieler) gegen Rote und Grüne (KI). Hört sich ein wenig nach Overlord an und die Einheiten gehorchen einem auch genauso aufs Wort, nur mit der Schnelligkeit haben sie es eben nicht so. Ein per Drag&Drop erteiltes Kommando, wählt alle Einheiten in einem Kreis aus und lässt sie gemütlich dem Zielpunkt entgegen gleiten. Die langsame Bewegung muss man dann eben einkalkulieren und die Leuchtkugeln entsprechend positionieren, damit man eventuell schnell reagieren kann.

Die unterschiedlichen Farben können sich scheinbar nicht leiden (woher kenne ich das?), deshalb ist das einzige Spielziel, alle gegnerischen Planeten zu äh… befreien. Dabei kommen die selbstmörderischen Tendenzen der Einheiten zum Tragen, wobei es natürlich auch schlicht an deren Willenlosigkeit liegen könnte. Jedenfalls bekämpfen sich die bunten Glühwürmchen nicht, sondern sie vergehen -sobald sie sich in einer bestimmten Entfernung zueinander befinden- einfach in einem kleinen Lichtblitz und einem Schrei, der sich zufälligerweise wie eine Musiknote anhört. Sodass während den unweigerlich an Größe zunehmenden Scharmützeln ein melodiöses Geklimper entsteht, welches den Untergang der Einheiten begleitet. Hm, jetzt wäre Lemming wohl eher die passende Bezeichnung. Lemminge mit Beleuchtung.

Das vereinfachte Konzept wird, wie angedeutet, auch bei der Einheitenproduktion beibehalten. Sprich, ein Planet erzeugt pro Sekunde, mit einem farbigen Pulsieren, einen Leuchtlemming. Das „komplexeste“ ist da noch, dass sich manche Planeten bis zu dreimal ausbauen lassen. Immer im Austausch für die eigenen Einheiten. Wenn also nebenan ein größerer Schwarm lagert, der nicht blau leuchtet, sollte man sich gut überlegen ob man gerade dann aufrüsten will.

Generell spielt sich Aurora also entspannt, insbesondere in den ersten der 15 Level, da kam bei mir sogar eher etwas Langeweile auf, da man sich dort kaum anstrengen muss und einfach durchmarschieren kann. Von daher kann ich nur empfehlen die späteren, schwereren Arenen an zu testen bevor man das Spiel abschreibt, falls jemandem der Start zu dröge ist. In diesen Levels besteht dann durchaus auch mal die Möglichkeit zu scheitern aber wirklich schwierig wird das Spiel nie, da die KI der gegnerischen Lemminge (überraschenderweise) alles andere als herausragend ist und die Schwierigkeit nur dadurch zunimmt, weil man das Spiel in einer ungünstigeren Ausgangslage beginnt.

Doch in diesen Momenten macht Aurora dann Spaß, wenn man sich in einer schlechteren Position befindet, die Gegner ausmanövrieren und wirklich etwas strategisch vorgehen muss. Statt einfach nur die eigenen Truppen von Planet zu Planet zu schicken wie einen Heuschreckenschwarm. Ah, noch eine Tiermetapher.

Wenn man alle Level geschafft hat wird übrigens ein „Speed-Mode“ freigeschaltet aber der ist nicht mehr als ein Gag, denn dort läuft alles ungefähr 3-4 mal so schnell ab und man hat kaum noch eine Chance gegen den Computer. Einfach weil sich die Einheiten wie die Karnickel vermehren (Ha!) und man überhaupt nicht mehr hinterherkommt die Truppen zu verteilen, Planeten zu verstärken, etc.

Für den Preis von 5 Dollar, bzw. nur 3,81€ dank dem günstigen Wechselkurs ist es auf jeden Fall einen Blick wert. Auch und insbesondere für Leute, die sonst nichts mit Echtzeitstrategie anfangen können. Für unentschlossene gibt es auch eine Demo, doch wie gesagt, die späteren Level sind besser (ich weiß nicht welche in der Probierversion enthalten sind).

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