Kurzmitteilung

Kisten. Der Running Gag früherer First Person Shooter kommt in Super Crate Box zu höchsten Ehren. Denn es gilt Kisten zu sammeln.

Kisten erhöhen den High-Score nicht das meucheln unzähliger Gegner die wie wandelnde Köpfe aussehen. Kisten schalten neue Outfits für die eigene Spielfigur frei, wie ein Astronautenanzug oder ein Krokodilkostüm. Kisten eröffnen neue Arenen um noch mehr Kisten aufzusammeln. Das wichtigste aber, Kisten schalten neue Waffen frei um den endlosen Nachschub an Kopffüßern auf kreative Art umzubringen. Was natürlich nur Mittel zum Zweck ist, um an weitere Kisten zu kommen. Denn wie gesagt, man bekommt erstmal nichts dafür die Monster zu killen.

Allerdings ist es durchaus auch im eigenen Interesse, wie man schnell merkt, die Pixelmonster unter die Erde zu bringen. Wenn sie nämlich erst mal am Boden des Levels angekommen und in die Feuergrube gefallen sind, laufen sie Knallrot an und werden sozusagen sauer. Und das will man nicht. Der wandelnde Kopf kommt dann nämlich wieder oben heraus und ist doppelt so schnell. Wenn es dann auch noch einer der großen Vertreter seiner Art ist und zusätzlich das andere Getier durch die Map hüpft, wird es etwas hektisch. Natürlich liegt die nächste Kiste dann auch noch auf der obersten Ebene und es schwirren einige Geister auf einen zu, die dafür sorgen, dass man nicht einfach irgendwo stehen bleiben kann und der Spaß ist perfekt.

Spaß macht es aber wirklich. Wenn man Tod ist steigt man einfach gleich wieder ein und macht Jagd auf die nächste Kiste, den nächsten High-Score, die nächste Waffe. Es ist ähnlich wie bei VVVVVV und Super Meat Boy. Man will direkt weiterspielen und den klitzekleinen Fehler korrigieren, der einen das Leben gekostet hat. Ach, nur noch einmal und noch einmal…

Der Indie-Plattformer vom holländischen Entwickler Vlambeer ist dabei -wie viele Spiele aus der Szene- an die 8-Bit Ära angelehnt. Was natürlich sehr gut zu diesem Spieltyp, mit der simplen rechts-links, springen-schießen Mechanik, passt. Die klassische Jagd nach dem High-Score, wird dabei gut von der Pixel-Grafik und der eingängigen Chiptunes Musik ergänzt.

Was wesentlich motivierender als ein hoher Punktstand (zumindest für mich) ist, sind die „Unlocks“, allen voran die Waffen. Man startet nur mit einer einfachen Pistole und schaltet durch kontinuierliches Kisten sammeln dann immer weitere frei. Shotgun, Maschinengewehr und Bazooka sind dabei gewöhnliche Vertreter, die später dann von etwas exotischeren Typen wie Disc-Gun, Minen, Katana oder einer Laserkanone erweitert werden. Diese Waffen sind natürlich unterschiedlich stark und unterscheiden sich auch in der Wirkung die sie auf den „Helden“ haben. Die Minigun hat zum Beispiel einen so starken Rückstoß, dass man gar nicht mehr vorwärts laufen kann beziehungsweise an die Wand gedrückt wird und die Projektile der Disc-Gun prallen von den Wänden ab und sind dadurch auch die einzigen mit denen man sich selbst killen kann.

Interessant wird das ganze dadurch, dass ich um Punkte zu bekommen und zusätzliche Inhalte freizuschalten, Kisten sammeln muss. Sobald ich aber eine Box aufnehme habe ich auch automatisch eine neue Waffe und muss sofort meine Vorgehensweise ändern. Wenn ich also Minen bekomme, die logischerweise erst hochgehen, wenn ein Monster darüber läuft und die nächste Kiste auf der höchsten Ebene erscheint, dann ist das ganze natürlich viel komplizierter, als wenn ich mit der Bazooka Tod und Verwüstung sähe.

Ansonsten kann man noch zwei zusätzliche Arenen freischalten, die sich aber nicht übermäßig stark unterscheiden und die angesprochenen Kostüme für die Spielfigur mit der Elvis-Locke.

Genau bei den frei schaltbaren Inhalten wird aber auch das größte Manko deutlich. Es gibt einfach zu wenig Inhalte. Die interessantesten sind die Waffen, die ja auch den größten Einfluss auf das Spielgeschehen haben. Das andere „unlockable“, das mehr als nur kosmetischen Einfluss hat, sind die beiden zusätzlichen Levels.  Man hat aber nach circa 1-2 Stunden alle Waffen und die zusätzlichen Arenen freigeschaltet und dann geht es nur noch um die Kostüme und den High-Score.

Das Spiel macht natürlich immer noch Spaß und zieht einen Ruck zuck wieder in seinen Bann. „Na komm, eine Runde noch.“ etc. Aber wieso da in der Beziehung nicht etwas mehr gemacht wurde ist schade. Denn es hätte durchaus noch mehr Möglichkeiten gegeben  den Plattformer zu erweitern. Andere verrückte Waffen, mehr Levels, die sich vielleicht auch etwas mehr unterscheiden, Kostüme die Einfluss auf die Spielfigur haben und ähnliches.

Doch wie gesagt, Super Crate Box ist unkompliziert und macht viel Spaß. Besonders für eine schnell Runde zwischendurch. Auch wenn man dann auf einmal auf die Uhr schaut und man sich wundert warum eine halbe Stunde vergangen ist.

Ach und es ist nur 20 MB groß und kostenlos.


Super Crate Box – Boombox

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